Sonntag, 4. Mai 2014

Etappe 3 - von Rangsdorf nach Zeesen

Heute geht es auf unsere dritte Etappe. Wieder eine der kürzeren Sorte, nur 18,5 km, die wir in gut 4,5 Stunden (mit ausgiebigen Pausen) gegangen sind, also eher ein ruhiges Tempo. Hier der Überblick über die Strecke:


Zwischen Mittenwalde und Schenkendorf sind wir eine nördlichere Route gewandert, um möglichst lange im Grünen zu bleiben, dazu unten mehr.

Teilstrecke 1: Von Rangsdorf nach Mittenwalde

Los geht's im Ort Rangsdorf, den wir in ostwärtiger Richtung durchqueren, bis wir auf die B 96 treffen, an der wir ein Stück Richtung Süden auf dem Radweg entlang wandern müssen .



A: Im Ort wird an vielen Ecken und Enden gebaut, nicht nur am Bahnhof, den wir Richtung Süden verlassen, um bei der nächsten Abzweigung links Richtung Osten abzubiegen. Wir wandern an der Oberschule vorbei aus dem Ort heraus.
B: Wir bleiben auf dem Radweg und gehen rechts herum an der B 96 entlang bis zum Ortseingang von Groß Machnow. Diese wenigen hundert Meter sind deshalb etwas laut. Über den Mühlenberg führt aber kein Weg, darum gehen wir südlich drum herum.
C: Das Pferd war übrigens nicht zu Hause.


In Groß Machnow halten wir uns gleich links, biegen vor dem Gewerbegebiet links ein und folgen dem Kolonnenweg (so genannt wegen der typischen DDR-Betonwegplatten mit Kranösen) auf den Heideberg.





Ab hier wird es schön grün und wie immer in Brandenburg: einsam. Dafür singen einem die Vögel die Ohren voll, daß es eine Freude ist! Wir wandern jetzt Richtung Mittenwalde.

 D: Der Kolonnenweg führt am Feldrand entlang gemächlich und kaum spürbar bergauf (!).
E: Sehr bald wird er dann zum Feldweg. Um diese Jahreszeit blühen die Bäume - insbesondere die Kastanien - in voller Pracht.
F: Bald geht es wieder sanft den "Berg" hinunter, bis wir auf den nächsten Kolonnenweg stoßen, auf dem wir rechts abbiegen.
G: Hier sehen wir am Horizont bereits den Kirchturm von Mittenwalde.
 H: Im Gegensatz zum bissigen Pferd von Rangsdorf sind die glücklichen Schweine von Mittenwalde ausgesprochen kommunikativ.
I: wir erreichen die Kreisstraße 6157 und müssen hier etwa 100 Meter auf der Straße entlang bis zum Ortseingang von Mittenwalde wandern.










Mittenwalde ist ein nettes, pittoreskes Brandenburger Dörfchen - verschlafen natürlich, wie alle (wir erwähnten das bereits in früheren Etappenberichten), aber ausgesprochen aufgeräumt. Und ein wenig Geschichte gibt es auch hier zu schnuppern:

J: Direkt nach dem Ortseingangsschild gibt es auf der linken Straßenseite einen Fußweg, auf dem man bis zum Beginn des alten Ortskerns gehen kann.
K: Wir wandern geradeaus in den Ort hinein, natürlich über Kopfsteinpflaster, wie sich das für ein brandenburgisches Dorf gehört. Linker Hand gehen wir am alten Pulverturm vorbei.
L: Geradeaus geht es hoch zur Kirche. Die heißt St. Moritz und ist eine 3-schiffige Hallenkirche in gotischer Bauweise, begonnen angeblich schon im 14. Jahrhundert.
M: Hier frohlockt des Sängers Herz: Von 1651 bis 1657 war Paul Gerhard der Pfarrer in St. Moritz. Sein Standbild schmückt den Pfarrgarten. Momentan wird hier gebaut, darum ist auch der olle Paul mit einem Bauzaun umgeben.
N: Wir folgen der zentralen Straße, die den Ort von Nord nach Süd durchzieht, bis wir an der Brücke über den Nottekanal herauskommen. Hinter dieser Brücke biegen wir sofort auf einen Feldweg ab (ausgeschildert als Sackgasse). Die erste Teilstrecke ist geschafft!







Teilstrecke 2: Von Mittenwalde nach Zeesen



Ab hier gibt es wieder eine Abweichung vom ursprünglichen Plan. Auf der Karte violett eingezeichnet ist der Weg, den wir gewandert sind.

O: Als hätten wir es so geplant, finden wir direkt nach dem Einbiegen auf den Weg, der parallel zum Nottekanal (an dessen südostwärtigem Ufer) verläuft, einen waschechten Rastplatz mit Bänken und Tischen unter alten, großen Kastanien. Hier wird also Halbzeit gemacht.
P: Am Nottekanal lebt die DDR - 25 Jahre nach deren Untergang - immer noch weiter. Ein erstaunlich gut erhaltenes Schild übrigens. Da fragt man sich, ob das vielleicht im Originalzustand erneuert wurde. Honi soit, qui mal y pense.
Q: Der Weg am Nottekanal ist ein Schmuckstück. Endlos lang und ausschließlich unter Bäumen. Hier müssen wir nun aufpassen, damit wir den Abzweig Richtung Osten nicht verpassen. Den haben wir anhand der Karte antizipiert,da sich auf halber Strecke zwischen der AS Mittenwalde und der Autobahnbrücke über den Kanal noch eine weitere Brücke befindet, über die also auch ein Weg führen muß. Augen auf!
R: Nach etwa 2 km ist es soweit. Man muß sich umdrehen, um das Hinweisschild zu sehen, wenn sich rechter Hand eine Lücke zwischen den Bäumen auftut und den Blick auf einen Trampelpfad freigibt, der einfach so mitten in die Wiese führt.







S: Diesem Pfad folgen wir einfach, man kann sich nicht verlaufen. Da man am Horizont schon die Autobahn sieht, muß da irgendwo eine Brücke kommen.
T: Und richtig, da ist sie schon. Wie es sich für echte Wege in Brandenburg gehört, schön von Bäumen eingerahmt.
U: Wir gehen über die Autobahnbrücke und halten uns auf der anderen Seite geradeaus (NICHT dem Hinweisschild Richtung Schenkendorf folgen).
V: Dort windet sich der Feldweg ostwärts durch die Felder. Am Horizont sieht man bereits die ersten Häuser von Schenkendorf.
W: Wir erreichen die L30 überqueren sie und biegen rechts Richtung Süden in den Feldweg ab. Nach kurzer Strecke entlang eines Gewerbegebietes wird der Weg wieder grün, naturnah und einsam.







X1: Durch diesen lauschigen Gang durch die Büsche geht es stramm Richtung Süd-Südost auf die nächste Waldkante zu.


X2: Wenn wir die erreichen, biegen wir links ab und gehen immer am Wald entlang. Wie auf der Karte ersichtlich, machen wir noch einen rechts/links Schwenk und gehen das letzte Stückchen durch den lichten Kiefernwald, bis wir an einem Bahnübergang herauskommen.







X3: Hier heißt es nun erneut: Augen auf! schräg links gegenüber führt ein Radweg entlang der alten Bahstrecke. Den müssen wir etwa 150 Meter entlang wandern, damit wir Richtung See kommen.








X4: Dann kommt ein unscheinbarer Abzweig eines kleinen Weges nach halbrechts, den wir nehmen. An den Bäumen finden sich jetzt weiße Markierungen mit einem blauen Kreuz, denen wir zunächst folgen können.








X5: Hier ist die Markeirung an dem Baum links gegenüber zu sehen. Wir biegen hier rechts auf einen feuchten Wanderweg ab, der uns direkt zum Seeufer führt.









X6: Nun wandern wir ein paar Hundert Meter am schönen Seeufer entlang. Ein kleiner Wermutstropfen: Hin und wieder gibt es kleine wilde Müllabladeplätze. Es scheint doch einige Eingeborene zu geben, denen die zivilisatorischen Grundfertigkeiten abhanden gekommen sind. Na ja, da muß man dann dran vorbei gucken.





X7: Der kleine Pfad mündet dann auf einen breiten Waldweg, dem wir noch 50 Meter geradeaus folgen, bevor wir hinter einem eingezäunten Brunnenareal in ostwärtiger Richtung abbiegen und noch einmal eine herrliche Teilstrecke durch den Kiefernwald wandern können. Vollkommene Ruhe und jede Menge Rehwild!





Z1: Wenn der Wald zu Ende ist, stehen wir am Westrand von Zeesen, der sog. Steinbergsiedlung. Wir biegen Richtung Südosten ab und folgen dem etwas holperigen Weg.
Z2: Dann geht es links ab in die Puschkinstraße, die nach eineinhalb Kilometern auf die alte Hauptstraße stößt. In die biegen wir rechts ab und kommen dann gegenüber dem Bahnhof von Zeesen heraus.
Z3: Direkt neben dem Bahnhof befindet sich das ausgesprochen hübsche und freundliche Restaurant "Zum Schwiizer". Hier ist alles echt schweizerisch, inklusive schwyzerdütscher Speisekarte. Hier können wir uns an frischem Käsekuchen und einem Erdbeer-Eisbecher laben, lecker heiße Schoki und Kaffee gibt's auch. Das Lokal wollen wir hier ausdrücklich empfehlen.
Z4: Und damit endet unsere 3. Etappe. Das alte Bahnhofsgebäude in Zeesen ist erwartbar nicht gerade eine Augenweide. Vielleicht wird es ja auch noch erneuert, so wie der Bahnsteig.









Demnächst hier: Die 4. Etappe von Zeesen nach Fangschleuse, wo wir endlich Richtung Norden abbiegen! Auf bald!






Sonntag, 27. April 2014

Etappe 2 - von Thyrow nach Rangsdorf

Auf meiner zweiten Wanderung war ich von Thyrow nach Rangsdorf unterwegs.

Dies war die geplante Route. Ich bin dann unterwegs im letzten Drittel von der ursprünglichen Route abgewichen. Anstatt den Rangsdorfer See großräumig südlich zu umwandern, bin ich direkt auf seine Südspitze zugelaufen, da ich mich in der sehr übersichtlichen Gegend frei nach Sonnenstand orientieren konnte. Dazu später mehr.

Die Etappe gehört zu den kürzeren, es sind nur 17 km. Dafür gibt es aber einige ausgesprochen schöne Wegstrecken.

Zum ersten Abschnitt: Vom Bahnhof Thyrow bis nach Wietstock:

Sobald man aus dem ostwärtigen Siedlungsbereich von Thyrow heraus ist, wird der Nuthegraben überquert, und zwar entweder auf der auf der Straße, oder 100 Meter weiter nördlich über eine alte Fußgängerbrücke (A):


Danach wird der "Weinberg" erklommen, mit 75 m über NN eine echte Herausforderung. Dafür ist der Weg ein schöner (B):


Wir folgen ihm in ostwärtiger Richtung, bis er wieder auf die L 795 trifft, wo wir uns nach links wenden und in nordostwärtiger Richtung in die brandenburgische Steppe vorstoßen. Hier gibt es außer einer weitläufigen Wiesenlandschaft nicht viel zu sehen, aber es ist herrlich ruhig und eine grüne Allee folgt auf die nächste (C):


Dieser hier folgen wir kilometerlang, bis wir irgendwann in Wietstock herauskommen - ein weiteres Exemplar für die dem eifrigen Leser dieses Blogs schon bekannten typischen brandenburgischen Dörfer. Ist eben nicht so unglaublich überwältigend (D):


Wir biegen rechts ab und folgen der L 79 ein Stück durch das Dorf. Wo diese die nächste scharfe Linkskurve macht, wandern wir geradeaus in die nun etwas hügeligere Landschaft.

Zweiter Abschnitt: Von Wietstock nach Glienick:

Dieser Abschnitt durch den Wietstocker Wald ist einfach nur wunderschön. Die Wege sind prima gehbar, alte Bäume säumen die Strecke, auf den Wiesen weiden Schafe und hin und wieder gibt es ein paar Pferde auf Koppeln zu sehen (E, F, G).




In Werben überqueren wir die Trebbiner Landstraße (L 792) geradeaus (H):


An einigen neugebauten Häusern gehen wir am nordostwärtigen Ortsrand von Werben vorbei. Wenn wir wieder auf die Straße treffen, gehen wir sofort im rechten Winkel links herum Richtung Nord-Ost in eine ziemlich zugewachsene, kleine Allee (I):


Auch dieser Wegabschnitt ist wieder ein Schmuckstück der Natur. Schöner Ausblick nach links und rechts, sattes Grün alter Bäume und keine Menschenseele unterwegs. (Was machen die Brandenburger Sonntags?) Am Waldrand angekommen geht es rechts ab in den Wald Richtung Glienick. Wenn wir aus dem Wald herauskommen, sehen wir halbrechts den alten Funkmeßturm am Horizont (H).


Jetzt geht es im Zickzack durch Glienick hindurch, bis wir den Ort am Ostrand wieder verlassen.

3. Abschnitt: Von Glienick nach Rangsdorf

Ostwärts Glienick geht es noch einmal an einem sehr schönen Waldrand (K) entlang,


bis wir am westlichen Rand eines relativ eintönigen Feuchtgebietes ankommen, dem Lüch (L):


Wie man auf der obigen Teilstreckenkarte sehen kann, ist das Lüch von vielen Gräben durchzogen, die so breit sind, daß man gerade nicht drüberspringen kann. Es sind auch nicht alle Brücken und Stege in den einschlägigen Kartenwerken verzeichnet - auf Google Maps sowieso nicht. Hier wollte ich ursprünglich einen großen Bogen südlich um das Lüch herum gehen, nicht wissend, wie es vor Ort aussieht. Man kann aber fast bis nach Rangsdorf gucken und es finden sich einige Wege, denen man nach KArte und gefühlter Himmelsrichtung folgen kann. Auch gebührt hier ein Lob den wackeren Weidgesellen, die zum Zwecke der Erreichbarkeit ihrer Hochsitze nicht nur den einen oder anderen provisorischen Steg gebaut haben, sondern durch ihre rege Tätigkeit (3 Wochen vor Aufgang der Bockjagd treten die sich morgens bestimt gegenseitig auf die Füße) auch gut sichtbare Trampelpfade in den Wiesen hinterlassen haben, denen man prima folgen kann (M):


Von hier aus geht's also fast nur noch Richtung Norden, quer über die Wiese (siehe Karte des Teilabschnitts). Man kommt dann an einer weiteren alten Brücke heraus, über die man den Zülowkanal überquert, genau am Südzipfel des Rangsdorfer Sees (O):


Von hier aus geht's am ostwärtigen Ufer des Rangsdorfer Sees durch den Wald in den Ort hinein. Wir betreten historisches Gelände! Rechter Hand im Feld sieht man noch einige Ruinen des ehemaligen Rangsdorfer Flugplatzes. Die dazugehörigen Wohn-und Wirtschaftsgebäude aus den 30er Jahren, die direkt am Seeufer stehen, sind aber hervorragend restauriert und beherbergen heute eine Schule (O):


Von diesem Flugplatz aus flog vor fast genau 70 Jahren Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg nach Rastenburg in Ostpreußen, um das Attentat auf Hitler durchzuführen. Vor der Seeschule stehen und kurz innehalten. Wahrhaft geschichtsträchtig, dieser Ort (P).


Jetzt setzen wir zum Schlußspurt an. Wir kommen in den alten Ortskern von Rangsdorf. Durch die Lage am See ist dieses pittoreske Dörfchen offenbar stets mit Ausflüglern und Touristen (und zahlungskräftigen Ansiedlern) gesegnet gewesen. Der ganze Ort macht einen sehr aufgeräumten Eindruck und die alten Gebäude sind größtenteils sehr liebevoll restauriert (Q, R):



Kurz vorm Ende der Wanderung kommen wir auch hier wieder an einer ausgesprochen willkommenen Eisdiele vorbei (S):


Einige Hundert Meter weiter erreichen wir den Bahnhof, an dem derzeit rege gebaut wird. Die alten Gleise scheinen auch schon etwas länger in der Gegend herumzuliegen (T). Von hier aus fahren wir mit der Regionalbahn wieder zurück nach Berlin.


Das ganze hat etwas weniger als 4 Stunden gedauert, weil ich oft anhielt, um Fotografier-Pausen einzulegen. Die Gegend lädt auch wirklich zum Genießen ein, also: Picknickdecke mitnehmen!